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Datenschutz & Vertrauen

CERNIS PRO ist so gebaut, dass man ihm vertrauen kann, ohne es zu müssen. Datenschutz ist hier keine Einstellung, die man suchen muss — er ist die Bauweise.

Das Versprechen in einem Absatz

Es gibt kein Konto, das anzulegen wäre. Es gibt kein CERNIS-Cloud-Backend, ohne das die Anwendung nicht liefe, und keinen Lizenzserver, der eine Freischaltung erteilen müsste. Es gibt keine Telemetrie, die im Hintergrund Daten sendet. Scans, Verläufe und gespeicherte Ergebnisse bleiben auf dem eigenen Rechner — in lokalen Datenbanken und Dateien, die der Anwender kontrolliert. Einige Funktionen holen sich allerdings Daten aus dem Internet, weil sie ohne das nicht arbeiten könnten; der Abschnitt „Wann CERNIS PRO selbst das Internet kontaktiert“ weiter unten führt auf, welche das sind und was dabei nach außen sichtbar wird. Und der Quelltext liegt offen: Der Anwender (oder jemand, dem er vertraut) kann den Code selbst nachlesen, statt das Versprechen glauben zu müssen.

Die fünf Datenschutz-Grundsätze

  1. 1

    Datenhoheit zuerst

    CERNIS bevorzugt konsequent lokale und eigene Quellen vor Drittanbieter-Diensten. Wo eine Information lokal ermittelt werden kann, wird sie lokal ermittelt. Selbst die Zuordnung von IP-Adressen zu Ländern und Netzbetreibern arbeitet mit einer lokalen Datenbank statt einem fremden Online-Dienst.

  2. 2

    Passiv, wo es geht

    Die sensibelste Beobachtungsfunktion — die SNI-Erfassung — arbeitet passiv: Sie liest mit, was ohnehin geschieht, statt eigenen Verkehr zu erzeugen oder Geräte zu „befragen". Das ist schonender fürs Netz und respektvoller gegenüber den Geräten. Wo eine Funktion dagegen messen muss, tut sie das offen: Das Live-Monitoring etwa schickt eigene Prüfanfragen an die erkannten Gateways und an zwei fest voreingestellte Internet-Referenzen; eigene Ziele können ergänzt werden.

  3. 3

    Nicht speichern, was nicht gespeichert werden muss

    Die passiv erfassten SNI-Daten (welche App welchen Hostnamen ansteuert) dienen dem Live-Überblick und sind danach wieder weg — Datenschutz als Design-Entscheidung, nicht als nachträgliche Einstellung. Wer diese Beobachtungen behalten möchte, schaltet die Aufzeichnung der Außenkontakte ein; dann bleiben die abgeleiteten Hostnamen dauerhaft gespeichert — wie alles andere auch: auf dem eigenen Rechner.

  4. 4

    Fakten mit Quelle, statt Urteil

    Wenn CERNIS etwas über eine Gegenstelle erzählt, zeigt es zu jeder Angabe die Quelle — und enthält sich der Bewertung. Sichtbar wird, woher eine Information stammt, und die Deutungshoheit bleibt beim Anwender. Keine Blackbox, die „gefährlich" oder „sicher" sagt, ohne zu begründen.

  5. 5

    Niemals heimlich mehr Rechte

    CERNIS nimmt sich niemals im Verborgenen erweiterte Systemrechte. Braucht eine Funktion mehr, sagt es das offen. Technisch über Privilege-Separation gelöst: Nur ein winziger, spezialisierter Helfer (cernis-sniffd) trägt die für das passive Mitlesen nötige Berechtigung — nicht die gesamte Anwendung. Die Angriffsfläche bleibt minimal.

Was CERNIS PRO NICHT tut

  • Kein Nach-Hause-Telefonieren: keine Übertragung von Nutzungsstatistiken, keine Absturzberichte an einen Server, keine Werbe-IDs.
  • Kein Konto, kein Login, kein Abo. Herunterladen, nutzen. Punkt.
  • Keine Cloud-Speicherung: Scans und Verläufe liegen lokal, nirgends sonst.
  • Keine Werbung, kein Tracking, kein Datenverkauf. Das Geschäftsmodell ist kein Datengeschäft.
  • Kein stilles Blockieren: CERNIS greift nicht in den Verkehr ein — es beobachtet und erklärt.
  • Keine versteckten Rechte-Eskalationen: Was erweiterte Rechte braucht, wird offen benannt.

Wann CERNIS PRO selbst das Internet kontaktiert

Einige Funktionen von CERNIS PRO benötigen Internetkontakte. Diese dienen ausschließlich der jeweiligen Funktion. CERNIS überträgt weder Telemetrie noch Nutzungsstatistiken und lädt keine Scans oder Verläufe hoch. Wie bei jedem Internetzugriff ist mindestens die öffentliche IP-Adresse des Anschlusses für die Gegenstelle sichtbar, je nach Funktion auch die konkrete Anfrage.

  • Live-Monitoring Das Live-Monitoring startet mit der Anwendung und prüft in kurzen Abständen die erkannten Gateways sowie zwei fest voreingestellte Internet-Referenzen: Google Public DNS (8.8.8.8) und Cloudflare DNS (1.1.1.1). Eigene Ziele können ergänzt werden.
  • Schwachstellen-Abgleich Ist der Abgleich aktiv, holt CERNIS die passenden Einträge zu den gefundenen Geräten und Diensten selbsttätig aus einer öffentlichen Schwachstellen-Datenbank — auch dann, wenn gerade niemand am Rechner sitzt.
  • Blocklisten Sind Blocklisten eingeschaltet, lädt CERNIS sie regelmäßig beim jeweiligen Herausgeber nach. Ohne eingeschaltete Liste entfällt das.
  • Nur auf Knopfdruck Einige Abrufe löst allein der Anwender aus — der externe IP- und Port-Check, das Nachladen eines Betreibernamens, das Auflösen einer Gegenstelle. Sie laufen nie von selbst.

„Zeigen, nicht urteilen" — warum das ein Vertrauensmerkmal ist

Viele Sicherheitsprodukte entscheiden im Hintergrund, was gut und böse ist, blockieren stillschweigend und geben ein Ampellicht — ohne Begründung, ohne Widerspruchsmöglichkeit. CERNIS PRO dreht das um. Es behandelt den Anwender als mündigen Menschen, der die Wahrheit über sein eigenes Netz sehen und selbst urteilen darf. Es liefert Fakten, erklärt Zusammenhänge, zeigt Quellen — und überlässt dem Anwender die Entscheidung. Ein Werkzeug, das nichts verbirgt, ist eines, dem man begründet vertrauen kann.

Freie Software (GPL-2.0-only)

Die ausgelieferten Pakete von CERNIS PRO tragen die Lizenzangabe GPL-2.0-only — die GNU General Public License in Version 2. Die Lizenzangaben der mitgelieferten Bestandteile werden bei jedem Bau neu erhoben, getrennt für jede Zielplattform. Das bedeutet für den Anwender:

  • Prüfbarkeit: Jede Behauptung auf dieser Seite lässt sich am Quelltext nachprüfen.
  • Keine Hintertüren durch Design: Bei offener Software ist verstecktes Fehlverhalten viel schwerer zu verbergen.
  • In der Hand des Anwenders: Die Software darf genutzt, studiert und weitergegeben werden — ohne Abhängigkeit von einem Anbieter.

Technische Vertrauens-Grundlage

CERNIS PRO ist kein zusammengeschustertes Skript, sondern eine durchgängig strukturierte, getestete Anwendung. Für alle, die es genau wissen wollen:

  • Sauberer Aufbau: eine hexagonale Architektur mit klaren Schichten. Das CI-Qualitäts-Gate prüft ihre Grenzen mit import-linter (8 Contracts).
  • Durchgängig typgeprüft: Strenge statische Typprüfung (mypy strict) ist ein festes CI-Qualitäts-Gate und fängt Typfehler vor der Veröffentlichung ab.
  • Getestet als Pflicht: Die automatisierte Testsuite läuft als festes CI-Qualitäts-Gate.
  • Selbst durchgeführte Sicherheitsprüfung: Eine vollständige, dokumentierte Sicherheitsprüfung des Neubaus liegt vor; Befunde wurden behoben oder nachvollziehbar zurückgestellt.
  • Ehrliche Fehlerkultur: Fehlt ein Werkzeug oder ein Recht, wird das sichtbar gemacht — nichts wird stillschweigend verschluckt.